Welche Probleme behandeln Sie denn, Herr Hein?

Grundsätzlich fühle ich mich zuständig bei seelischen Schwierigkeiten, die so schwerwiegend sind, dass sie die Lebensführung beeinträchtigen („krankheitswertig“). Andererseits werde ich nicht jedem Patienten, jeder Patientin, die zu mir kommen, helfen können.

Welche Arten von Schwierigkeiten sind gemeint?

Medizinisch gesehen sind die sogenannten „neurotischen Störungen“ das klassische Gebiet, in dem Psychotherapie angezeigt sein kann. Das sind in erster Linie

  • Ängste
  • Zwänge
  • viele Formen von Depression
  • Konversionsstörungen
  • seelische Störungen bei besonderen Belastungen
  • Traumafolgestörungen

Hinzu kommen seelisch (mit)bedingte körperliche Erkrankungen (in der Regel bei gleichzeitiger ärztlicher Behandlung der körperlichen Seite der Erkrankung).

Die medizinische Diagnose bezeichnet aber nur einen Teil des Problems. Tiefenpsychologische (psychodynamische) Therapie verlangt immer auch den Blick auf die aktuelle Lebenssituation und aktuelle Lebensschwierigkeiten und deren möglichen Zusammenhang mit vergangenen Erfahrungen. Nur dann kann ein Problem (Symptom) wirklich verstanden und – soweit möglich – bewältigt werden.

Mit anderen Worten: Welche Probleme ich behandle (und behandeln kann), hängt nicht nur von der (medizinischen) Diagnose ab. Wichtig ist, zusammen mit dem Patienten ein möglichst umfassendes Verständnis des Problems zu erarbeiten. Um eine realistische Behandlungsperspektive zu entwickeln, sind daher die Vorgespräche vor Beginn der eigentlichen Therapie („probatorische Sitzungen“) von großer Bedeutung. Sollte keine Behandlung bei mir möglich oder sinnvoll sein, versuche ich, mit dem Patienten/der Patientin alternative Möglichkeiten zu finden.